Sind Sie Selfpublisher – oder wollen es werden? Dann müssen Sie auf dem Weg zum eigenen Buch das ein oder andere dazu kaufen … Das hat sich inzwischen herumgesprochen. Etwa die Covergestaltung, aber auch Lektorat oder Ghostwriting. Das meiste davon sind grafische, PR-  oder Text-Dienstleistungen, sehr häufig von Freiberuflerinnen und Freiberuflern wie mir angeboten. Freiberufler/innen arbeiten nie allein „aus Spaß an der Freud“ (obwohl viele von uns exakt das tun, was sie lieben.) Sie haben die gleichen Wünsche und Bedürfnisse wie alle anderen arbeitenden Menschen auch: Sie sind hoch professionell – und wollen in ihrer Arbeit ernst genommen werden, auch finanziell. Denn sie sind kein Freiwild, das davon leben kann, zu Dumpinglöhnen zu arbeiten…..  Andererseits ist mir natürlich auch klar: Wer seine Bücher als Selfpublisher veröffentlichen will, hat das Geld in der Regel auch nicht allzu locker sitzen.

Wie kommen beide Seiten zu Ihrem Recht?

Darum soll es in diesem Beitrag gehen. Ich kenne beide Seiten: als Festangestellte, die mit Freien zusammenarbeitet und als Freiberuflerin.  Und da ich im Moment auf Basis der kreativen Freiberuflichkeit arbeite, habe ich mal versucht, einige Tipps für all jene zusammenzustellen, die nicht so ganz sicher sind, wie die Zusammenarbeit mit uns wohl am besten funktionieren könnte.

1. Freiberufler nehmen Aufträge gegen Rechnung an
Wir sprechen hier von einer Dienstleistung. Wie Auto- oder Heizungsreparatur, Frachttransport, Klavierunterricht, Haare schneiden oder Hose enger machen lassen. Das geht genau wie überall: Angebot anfordern, Angebot annehmen, Dienstleister beauftragen (gern auch mit ausführlichem Vorgespräch), Dienstleister seine Arbeit machen lassen, Ware angucken, wenns sein muss Nachbesserungen verlangen, Ware annehmen. Und bezahlen. Beteiligungen an einem Buch, einer Webseite, einer Broschüre, wenn denn der erste Leser/Kunde kommt, sind NICHT vorgesehen! Dazu bitte auch diesen Beitrag lesen!

2. Freiberufler sind thematisch offen
Natürlich ist es kein Fehler, wenn die Menschen, die den „content“ erstellen, vom Fach sind. Doch das wird selten möglich sein. Und ist meist auch gut so: Auf diese Weise kaufen Sie den frischen, unverstellten Blick eines Freelancers gleich mit ein, haben einen Dienstleister, der ab und an auch Fragen stellen kann, an die Sie vielleicht noch gar nicht gedacht haben. Vor allem im weiten Feld der Öffentlichkeitsarbeit ist das überaus hilfreich. Also, keine Sorge: Kreative Freiberufler und Freiberuflerinnen sind es gewohnt, täglich mit neuen Sachgebieten konfrontiert zu werden. Sie bilden sich ständig weiter, recherchieren viel, haben Märkte, Kauf- und Mediennutzungsverhalten ihrer (Neu-)Kunden im Auge.

3. Der Freiberufler und Sie = zwei Profis auf Augenhöhe

Sie sind Profi auf Ihrem Gebiet. Wir kreativen Freiberufler und Freiberuflerinnen auf unserem: Wir texten und/oder filmen, gestalten, arrangieren das Layout, machen Fotos, erstellen Info-Grafiken oder Flyer, Broschüren, Bücher oder podcasts, SEO-optimierte Webseiten, komponieren Musik, übernehmen Layout und (Buch-)Covergestaltung, erledigen Ihre Öffentlichkeitsarbeit, bringen Sie ins Netz und/oder andere Medien und vieles mehr. Sie agieren also von Profi zu Profi. Bitte nie vergessen! Wenn Sie „Ihrem Freiberufler“ mit Respekt begegnen, bekommen Sie in der Regel viel mehr, als wir Ihnen jemals mit unseren Angeboten versprechen können:

  • Wir – zum Beispiel Texter, Infografikerinnen oder Lektoren – machen aus komplizierten Sachverhalten gut verständliche Texte, Grafiken, Broschüren, Webseiten etc. Mit einem Blick, den Sie oft gar nicht (mehr) haben können, weil Sie schon viel zu „tief“ in der Materie stecken. Wir ergänzen uns also wunderbar gegenseitig.
  • Natürlich brauchen wir Ihr Know-How. Wir hören Ihnen zu, stellen Fragen und bieten Lösungen. Passgenau, allein für Sie und Ihr Unternehmen. Eine der größten Stärken freiberuflicher Arbeit (im kreativen Bereich) ist ihre Individualität.
  • Und Sie brauchen unser Fachwissen: Welche Kundengruppe tickt wie? Welche Umsetzungsmöglichkeiten bieten sich an? Welche (Bild-)Sprache ist optimal? Wo sind die besten Netzwerke – und wie kommen wir da rein?

4. Ja, es geht auch um Geld!

Wer ebenfalls selbstständig ist, weiß es: Auf einer Stundenbasis von 11,50 Euro zu arbeiten, wäre Selbstmord. Geht einfach nicht! Jedes Blatt Papier, den teuren Toner, alle Versicherungen, den PC und dessen Wartung, Software, Büromiete und vieles mehr müssen wir grundsätzlich aus eigener Tasche zahlen. Die Vorsorge für unser Rentenalter nicht zu vergessen … (Wer das vergisst, zahlt unterm Strich am Ende doch auch selbst drauf, denn noch leben wir in einer Gesellschaft, in der Altersarmut direkt oder indirekt noch immer Sache von ALLEN ist!)
Was ist also eine angemessene Bezahlung? Das Netz ist voll von Honorarempfehlungen für Texter, Lektorinnen, Fotografen, Grafikerinnen, (Web-)Designer – bitte mal selbst schlau machen. Und dabei nicht am kleinsten, auffindbaren Preis orientieren! Da stimmt nämlich oft was nicht!
Und: Ob es nun gerecht ist oder nicht, die Existenz einer Künstlersozialkasse (KSK) beweist erst einmal nur eins: Gerade kreativ arbeitende Selbstständige leben oft regelrecht am Existenzminimum. Ich weiß, dass das leider in vielen anderen freien Branchen ähnlich – und darum nicht unbedingt gerecht – ist. Die Konsequenz kann nun aber nicht sein, gar keine KSK-Beiträge zu zahlen, sondern eher, dadurch Gerechtigkeit zu schaffen, dass Ähnliches auch in anderen Branchen möglich wird. Ist aber ein anderes Thema. Derzeit gilt jedenfalls: Unternehmen, die sich selbst oder eigene Produkte bewerben und in diesem Zusammenhang nicht nur gelegentlich Entgelte für freischaffende künstlerische oder publizistische Leistungen zahlen, sind der KSK gegenüber abgabepflichtig. Außerdem alle Unternehmen, die nicht nur gelegentlich Werke oder Leistungen von freischaffenden Künstlern oder Publizisten für Zwecke des eigenen Unternehmens nutzen, um im Zusammenhang mit dieser Nutzung Einnahmen zu erzielen. Ausgenommen sind KGs, OHGs und GmbHs. Mehr dazu auf den Seiten der Künstlersozialkasse.

5. Woran erkennt man „vertrauenswürdige“ Freiberufler?

Sie sind transparent, kommunizieren, was sie tun. Und wie sie es tun. Sie gehören einem oder mehreren Netzwerken oder Berufsverbänden an – idealerweise steht das auch auf der Webseite. Genau: Sie haben eine ansprechende, informative Webseite, die schon einen ganz guten Eindruck von ihrer Arbeit gibt. Sie bieten auch Kennenlerngespräche an – in einem gewissen Rahmen meist kostenlos. Und: Sie lassen Kunden zu Wort kommen, geben Arbeitsproben oder Belege ihrer Arbeit wieder (Aber Achtung! Das ist nicht immer möglich! Manchmal wollen Kunden nicht genannt werden!)
Sie gehen auf Kunden und deren Wünsche ein, berücksichtigen dies möglichst exakt schon bei der Angebotserstellung. Auch das ist ein Kennzeichen guter freier Dienstleister: Das Angebot sollte „passgenau“ und stimmig sein. Das merken Sie sofort: Ist alles drin, was Sie sich wünschen? Wurden die richtigen Fragen gestellt – und im Angebot berücksichtigt? Ist das Angebot transparent, verstehen Sie es? Dies alles sind wichtige Signale – daran lässt sich Glaubwürdigkeit gut ablesen!

6. Den Zeit- wie den menschlichen Faktor nicht vergessen!

Vertrauenswürdigkeit ist die eine Sache. Die andere ist: Ideal wäre, Sie könnten mit „Ihrem Freiberufler“ über längere Zeit zusammenarbeiten. Denn natürlich gehört für beide Seiten auch eine gewisse „Gewöhnungsphase“ dazu – die macht sich bei einer langfristigen Zusammenarbeit schnell bezahlt. Und spätestens dann ist es extrem wichtig, dass auch „die Chemie“ zwischen beiden Arbeitspartnern stimmt. Sonst wird das Ganze schnell zur Qual. Das ist unnötig, denn zu Ihrem Glück gibt es zur Zeit im deutschsprachigen Raum so viele Freiberufler/innen – gerade im kreativen Bereich – wie kaum  zuvor! Da haben Sie allerbeste Chancen, den oder die für Sie Richtige/n zu finden!

7. Beide Seiten brauchen einen Vorschuss

Hier geht es ausnahmsweise einmal nicht um Geld. Sondern um Vertrauen. Wenn Sie nach einem – in aller Regel kostenlosen – Kennenlerngespräch das Gefühl haben, „das könnte was werden mit uns beiden“, wenn das Angebot transparent und in sich stimmig ist, dann kommt der Punkt, an dem Sie einfach Vertrauen zeigen müssen. Niemand kann und wird Ihnen die Garantie geben, dass alles genau wie in Ihren Träumen geschieht (obwohl… gerade wir Kreativen versuchen nach Möglichkeit immer, die Träume unserer Kunden wahr werden zu lassen!) Und garantierte Umsatzsteigerungen kann Ihnen kein seriöser Freiberufler zusichern! Sie müssen also schon einen kleinen Sprung ins kalte Wasser machen. Das geht nicht anders. Allerdings: Wir müssen das auch! Wir haben beispielsweise nie eine Garantie dafür, dass Sie auch schnell und zuverlässig zahlen… Auch für uns ist es ein Risiko, das wir jedes Mal neu eingehen müssen. Darum ist „Vertrauen“ an dieser Stelle wirklich ein Schlüsselbegriff. Für beide Seiten.

8. Und ein Letztes: Unsere Arbeitswelt verändert sich zur Zeit. Heftig!

Das ist jetzt eine eher allgemeine Betrachtung. Aber ich halte sie für essentiell. Wir leben in einer Zeit, in der „echte Arbeit“ sich plötzlich zwischen Preisdumping, Ehrenamtlichkeit, Crowdworking und Kostenlos-Kultur behaupten muss. Das ist nicht lustig. Nicht nur für uns Freiberuflerinnen und -berufler. Sondern für eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung, deren Teil wir alle sind. Ich denke wirklich: Wer versucht, faire Bezahlung für professionelle Arbeit zu umgehen, zu unterbieten oder denkt, mit „Hobbyarbeit“ selbst zu Geld kommen zu können, der trägt dazu bei, dass das gesamtgesellschaftliche „Minus“ – zu dem beispielsweise Arbeitslosigkeit oder Altersarmut gehören – immer weiter wächst. Und Sie können sicher sein: Diese Zeche dürfen auch Sie eines Tages zahlen. Mit immer höheren Sozialabgaben. Mehr Gedanken zu diesem Thema hier: „Vom (Un-)Wert der Arbeit…

Mehr Tipps zur Zusammenarbeit mit Freelancern, etwas spezieller im Hinblick auf Text-Dienstleistungen hier.

Autorin: Maria Al-Mana
Satz, Buch und Leidenschaft!
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