genau dort eine Blogparade gestartet, in der ich gefragt habe: „Hilft euch das Schreiben – und wenn ja: wobei?“

Schreiben begleitet den eigenen Lern- und Lebensprozess

Um es kurz zu machen: Mein Verdacht hat sich bestätigt. Die meisten der Menschen, die mir da in wundervoll detaillierten eigenen Blogbeiträgen geantwortet haben, sind um die 50, fast alle schreiben seit ihrer Jugend, etwa mit diesen „wunderbar gebundenen und in seidenartigem Stoff eingewickelten Büchern aus dem Chinaladen“. Viele nutzten das Schreiben zum Führen von Reisetagebüchern. Und die allermeisten schreiben aktuell einen Blog. Unter den Menschen, die mir geantwortet haben, befinden sich sowohl beruflich schreibende Texterinnen, eine Ghostwriterin, eine Lektorin – und sehr viele, die das Schreiben nutzen, um sich auseinanderzusetzen. Und zwar mit Krankheiten und Verlust, mit Wut, Zweifeln, Liebeskummer … Sie nutzen es, um sich ihrer selbst zu vergewissern, ihren Alltag besser zu organisieren, um anderen zu helfen. Oder einfach, um etwas zu sagen. Die Entwicklung in Form des eigenen Schreibprozesses spielt – oft unterschwellig – häufig eine Rolle. Sei es, dass jemand seine Grenzen testet: Was kann und will ich öffentlich machen? Was lieber für mich behalten? Wo ist mein Gesprächspartner, meine Zielgruppe – und wie erreiche ich die? Auch die Professionalität spielt eine Rolle: Bin ich gut genug? Ist der Text perfekt? Sicher, das sind keine Fragen, die man sich nur im Älterwerden stellt. Aber es sind Fragen, die immer auch den eigenen Lern- und Lebensprozess begleiten. Nicht wenige Menschen nutzen auch ihre Reisetagebücher online oder im „klassischen Buch“, um immer wieder Lebensstationen nachschlagen zu können.

Schreiben überschreitet auch Grenzen

Fazit meiner Blogparade: Schreiben hilft. Mit absoluter Sicherheit. Denn allein, wer sich nach meinem Aufruf da versammelt und ausgetauscht hat, überschreitet Grenzen: zujm Beispiel mehrfach die zwischen Deutschland und Österreich,  die zwischen kranken und gesunden, beruflich schreibenden Menschen, Buch- und Tagebuchautorinnen, Bloggerinnen. Ohne das Schreiben sind allein solche Grenzüberschreitungen schon schwer vorstellbar!

Dass das Schreiben natürlich auch immer die Grenze zwischen dem „Ich“ und dem „Du“ überschreitet, ist eine Binsenwahrheit. Aber alles andere als banal: Nur, wenn ich ein Gegenüber habe, werde ich gelesen. Und ich muss meine Worte auf dieses Gegenüber einstellen. Oder ich entscheide mich gleich dafür, mein Schreiben nur als privaten Prozess zu verstehen. Was viele Teilnehmer meiner Blogparade zwar tun. Aber meistens bleibt es nicht dabei: Worte wollen durchaus gern ans „Licht“, gelesen, gehört werden …

Wenn Worte ein „Hoffnugslachen“ produzieren …

Eine Besonderheit ist auch, dass ich in meinem einleitenden Text auch ausdrücklich eine These aufgestellt habe:  „wenn auch noch Krankheiten oder Lebensumbrüche im Spiel sind, muss man fast gar nicht mehr drüber reden: Schreiben wird zur Therapie. Würde das sehr gern mal thematisieren! Wäre toll, es beteiligt sich jemand, der aus diesen Gründen schreibt!“ Genau das geschah dann auch in mindestens zwei Beiträgen. Etwa hier: dass es natürlich „auch in der Seele immer wieder weh tut, wenn der Körper nicht so mitmacht bei dem, was man sich so fürs Leben erhofft hat.“ Direkt danach die überaus klare Aussage: „In diesen Momenten hilft mir Schreiben.“ Wie das geht? Das beschreibt sie mehr als anschaulich: „Die krausen, dunklen, müden Gedanken aus dem Kopf ziehen, in einen Satz gießen, den nächsten dranhängen, einen nach dem anderen. Bis das Gewusel in Herz und Hirn leichter wird und aus dem Buchstabensalat ein Hoffnungslachen herausgrinst.“ Ich liebe solche Sätze! Das Hoffnungslachen grinst!

Es gab noch andre amüsante Geschichten … Die Frau, die seit Jahrzehnten als Texterin arbeitet, aber bestimmten Aufträgen nur dann nachkommen kann, wenn die Finger direkt auf der Tastatur liegen hat; die Lektorin, die ihr ganzes Leben mit Texten zu tun und noch immer das Gefühl hat, jeden Satz mühsam „zurechtfeilen“ zu müssen; die Ghostwriterin, die immer wieder kurz davor steht, ihr ganzes (äußerst umfangreiches!) Wissen komplett zu vergessen – oder zumindest glaubt, es vergessen zu haben. Genau sie erklärt auch sehr fundiert den Unterschied wischen bewusstem und unbewusstem Wissen. Und was für eine immense Rolle dieser Unterschied gerade beim Schreiben immer wieder spielt.

Schreiben im privaten und im öffentlichen Raum

Und da wir ja alle zunehmend mehr im öffentlichen Raum schreiben, ist ein wirklich wichtiger Aspekt auch die Frage nach dem Privaten und dem Öffentlichen – immer natürlich auch im Hinterkopf: „Für wen schreibe ich eigentlich?“ Da fand ich besonders aufschlussreich, wie in einem Beitrag betont wurde, dass das „öffentliche Schreiben – etwa für einen Blog – „immer auch Absicht und Fokus“ habe, das freie, kreative Schreiben natürlich nicht. Aber nur dann passiere es, dass die „Gedanken nach außen mögen, amüsante, unterhaltsame aber auch verstörende“.

Überraschend fand ich auch, wie viele der Teilnehmerinnen (ja, es waren nur Frauen. Reiner Zufall …  oder etwa nicht?!) die Technik des „Morgenseiten“-Schreibens nutzen, die die freie Künstlerin Julia Cameron für ihr Buch „Der Weg des Künstlers“ beschreibt. Was natürlich dem Schreibprozess sehr nahe steht, denn in diesem Buch geht es um die „Aktivierung unserer Kreativität“.

Ja, schreiben hilft!

Und mehr als eine Teilnehmerin betont, wie wichtig es ist, dass Gedanken ihren Weg finden, dass wir andere Menschen mit ihnen erreichen – und vielleicht sogar helfen – können.  Die Beiträge zu meiner kleinen Blogparade sind wirklich zu einer Fundgrube an Wegen zum Schreiben, Motiven für das Schreiben, an Zweifeln, Fragen und ganz persönlichen Zugangswegen zum Schreiben geworden! Ich hoffe, ich habe Sie jetzt neugierig genug gemacht, dass Sie Lust haben, sich das Original mal anzusehen … Das finden Sie hier. Und ich empfehle Ihnen ausdrücklich, ALLE Beiträge im Original nachzulesen. Denn sie sind wirklich alle äußerst aussagekräftig, individuell und in sich ausgefeilt … So, wie Texte sein sollen.

Externe Hilfe beim Schreiben

Und wer sich jetzt mit dem Gedanken trägt, sich intensiver mit dem eigenen Schreibprozess (wofür auch immer …) auseinanderzusetzen, dem empfehle ich, mal darüber nachzudenken, ob ich Sie nicht als personal textcoach dabei unterstützen soll. Denn ich habe diese Blogparade natürlich auch darum gestartet, weil die Frage nach dem richtigen Weg zum Text, nach der Hilfe und Selbsthilfe des Schreibens ganz einfach MEIN Thema ist. Der Bereich, in dem ich mich bestens auskenne, mit dem ich arbeite …. Und wenn am Schluss vielleicht ein (selbst verlegtes) Buch dabei rauskommen soll, dann kann ich Sie auch mit meinem Verlag Texthandwerk unterstützen. Sehr gern sogar. Denn ich zähle auf die persönliche Stimme. Ihre Stimme! Die als Buch in die Welt treten könnte. Warum denn auch nicht?!

Ich danke allen, die diesen Beitrag teilen mögen! Ausdrucken geht auch.

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