Wie kann ich die Kunst des Fragens zum Schreiben von Büchern nutzen? Nehmen wir mal an, ich möchte einen Krimi schreiben – der soll neben der Aufklärung von Verbrechen auch einen gesellschaftskritischen Aspekt haben. Sagen wir mal, er soll die Prostitution anprangern. Jetzt kann ich mich auf das „altbewährte Muster“ verlassen: Schaffe einen Plot, definiere deine Figuren, baue beides nach den Methoden zur Herstellung der klassischen Spannungsbögen zusammen … Kann man überall nachlesen. Und ist eine überaus bewährte Taktik, um mit dem Schreiben zu beginnen.

Eine andere Methode aber könnten die ganz gezielten Fragen sein. Zum Beispiel: Welche Todesart bezeichnet den Menschenhandel mit Prostituierten am besten? Was tut so weh (auch dem Leser), dass es die Grausamkeit der geschilderten Realität am besten abbildet? Diese Fragen könnten immer tiefer gehen, immer detaillierter werden. Und daraus lassen sich auch sehr gut die Profile von Täter/innen und Opfern entwickeln … Stehen die erst einmal, könnte man fragen: Wie leben sie? Wo leben sie? Was hat sie geprägt? Welche Orte sind typisch? Welche Verhaltensweisen? Und so entsteht allmählich auch ein Plot. Der geht also vom eher Kleinen: Wie sieht die Leiche aus, welche Verletzungen hat sie? Zum immer Größeren, der Handlung des ganzen Krimis.

 

Wer keinen Krimi schreiben möchte, aber vielleicht einen Roman, der möglichst spannungsreich das Innenleben der beschriebenen Figuren zeichnen will, der könnte sich an die klassischen Coaching-Fragen halten, etwa: Liebe Romanfigur, du hast hier ein Problem. Woran merkt deine beste Freundin eigentlich, dass es dir im Moment richtig miserabel geht?

Ich hatte neulich ein Buch in der Hand, dessen Titel mir schon ganz gut gefiel: Carmen …

Zitate …

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