Ich will nichts beschönigen: Ja, es gibt noch immer – vor allem in den etablierten Feuilletons  – das weit verbreitete Vorurteil, dass Autoren, die selbst publizieren, bestenfalls „zweite Wahl“ sind. Deren Bücher werden dort so gut wie nie besprochen. Doch ich bin ganz sicher: Das wird sich ändern. Und zwar bald.
Doch mal anders herum gefragt: Wollen denn wirklich alle Autor/innen über Nacht berühmt werden, beim Brötchenkaufen schon morgens Autogramme geben und ständig mit Sonnenbrille herum laufen? Gut, ich übertreibe. Mit Absicht. Denn zwischen dem Leben als Promi-Autor/in und dem Nicht-Wahrgenommen-Werden liegen Welten!

Auf der einen Seite: Der Verlagssvertrag. Und seine Risiken

Welten, in denen sich ein realistisch denkender und praktisch handelnder Autor sehr komfortabel einrichten kann. Und zwar gerade dann, wenn er aus freien Stücken auf all die Abhängigkeiten verzichtet, die ein Verlagsvertrag für nicht prominente Autor/innen in aller Regel mit sich bringt. Dass die Produktionszeiten – nach Manuskriptabgabe!  – dort bis zu zwei Jahren betragen können, ist das eine. Dass nur ein Bruchteil aller eingesandten Manuskripte überhaupt eine Chance bekommt, das andere. Viel gravierender aber ist, was passieren kann, wenn ein Verlagsvertrag „winkt“. Zwei mir bekannte Beispiele zeigen das deutlich: Da verlangte ein Verlag von der  potentiellen Autorin, ihren Text exakt um jene Passagen zu kürzen, in denen sie ihre eigenen Standpunkte vertritt. Sie lehnte den Verlagsvertrag ab.
Oder das Fortschreiben der Autobiografie eines Mannes, der wirklich Experte auf seinem Gebiet ist, gerät ins Stocken, weil der Mann schwer erkrankt. Kurzerhand überträgt der Verlag die Fertigstellung der Autobiografie einem Fremden – mit dem Ergebnis, dass der erkrankte Autor seine eigene Lebensgeschichte nicht wieder erkennt… Sicher: Es gibt sehr viele positive Beispiel aus derVerlagspraxis, die sich dagegen stellen lassen würden. Tatsache ist aber auch, dass Verlagsverträge Autor/innen oft wenig Spielraum lassen.

Auf der anderen Seite Selfpublishing

Aus diesen und vielen andren Gründen bietet sich Selfpublishing heute als echte Alternative an. Die wichtigsten Gründe, die dafür sprechen, sein Buch selbst zu publizieren:

1. Vielfalt

Gerade im Bereich von Sachbüchern, Ratgebern und Ähnlichem – wofür ja auch der Verlag Texthandwerk steht – ist es ein großer Vorteil, sich nicht den starren Genre-Regeln unterordnen zu müssen, von denen ein Verlag in aller Regel ausgeht. Damit ist in erster Linie die Sortierung in den Buchhandelsregalen gemeint. Die können naturgemäß nicht die Vielfalt untersciedlicher Genres und Themen bieten, die sich über das Setzen der richtigen Schlagworte im Buchtitel, online und in Buch-Communities erreichen lässt.

2. Die Chancen der Nische

Daraus ergibt sich ein weiterer Pluspunkt: nämlich dass ein Selfpublisher sehr gezielt ein Nischenpublikum ansprechen kann, für das sich Verlage selten interessieren. In aller Regel ganz einfach deshalb nicht, weil diese „Nische“ als Zielgruppe zu klein ist. Genau das aber kann die ganz große Chance des Selbstpublizierens sein. Sie haben ein ausgefallenes Hobby und wollen darüber schreiben? Oder sehr spezielle Kentnisse, die Sie in einem praktischen Ratgeber  vermitteln möchten? Sie kennen vielleicht schon andre Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen? Wunderbar! Dann haben Sie Ihre Nische plus Publikum ja schon gefunden! Und als kleines Sahnehäubchen kommt dazu, dass sich gerade in solchen Bereichen oft Menschen mit Hingabe „ihrer Sache“ widmen. Begeisterung für das Thema können Sie da schon voraussetzen – und das ist mehr, als Ihnen viele Verlage oder das Gros der Buchhandlungsbesucher bieten könnten!

3. Vergessen Sie die Rechte nicht. Im Plural!

Im Gegensatz zu vielen Verlagsverträgen verbleiben beim Selfpublishing alle Rechte bei den Autor/innen: für alle Printausgaben und  E-Books – das ist den meisten klar. Oft vergessen wird allerdings, dass es auch die Rechte für Hörbücher und Filme gibt – die bei einem Verlagsvertrag in aller Regel beim Verlag liegen. Außerdem könnte ein Selfpublishing-Autor sein Werk jederzeit vom Markt nehmen – wenn er das möchte. Auch Aktualisierungen sind kein Problem – im Verlag Tethandwerk zum Beispiel jederzeit gegen einen geringen Preis (59.-) möglich. Und zwar für Taschenbücher, Hardcover und E-Books.

4. Der Zeitfaktor

Ist das Buch fertig, wird es beim Selfpublishing innerhalb weniger Tage ausgeliefert. Mehr noch: Bücher, die nach dem Prinzip „books on demand“ produziert wurden, bleiben ein Leben lang lieferbar, E-Books sowieso. Was das Verlagsgeschäft angeht: Die „Wühltische“ für Bücher kennen Sie… Spätestens, wenn Ihr Buch dort landet, wird es garantiert nie mehr neu aufgelegt. Und noch ein anderer Aspekt ist interessant: Dadurch, dass selbst publizierte Bücher so lange lieferbar sind, nehmen ihre  Verkaufszahlen nicht selten den entgegengesetzten Weg der klassischen Verlagsprodukten  Sie fangen klein an und werden mit der Zeit immer größer.

5. Auch beim Geld: Flexibilität und Entscheidungsfreiheit

Was das Geld angeht, ist der größte Vorteil des Selfpublishing, dass Autor/innen – wie im Verlag Texthandwerk – den Verkauftspreis selbst festlegen können. Und darüber steuern sie ihre Honorare selbst. Wie in eigentlich allen anderen Bereichen, steht Selfpublishing also auch hier für größtmögliche Flexibilität und Entscheidungsfreiheit. Einzige Einschränkung: Durch die Buchpreisbindung in Deutschland kann ein einmal festgelegter Ladenverkaufspreis für gedruckte Werke nicht mehr geändert werden.