Wer die deutsche Sprache liebt, hat in aller Regel schnell ein Problem mit dem Wort „Selfpublishing“. Es ist vertrackt. Denn es gibt einfach keine adäquate deutsche Übersetzung für die Selfpublisher. Selbstpublizierer?! Albern! Eigenveröffentlicher? Auch nicht besser, zumal das auf einen ganz anderen Begriff verweisen würde: Den Selbstverleger. Und der Selbstverlag wiederum ist ein sehr altes Prinzip, das schon zu Goethes Zeiten – unter anderem auch von ihm selbst – praktiziert wurde. All diese Begriffe unterscheiden sich inhaltlich stark: Die größten Unterschiede der verschiedenen Publikationsformen liegen in den Mitgestaltungsmöglichkeiten von Buchladenpreis, Honorar und Marketingmaßnahmen – und einigem mehr. Das meiste davon ist historisch begründet und hat seine Ursache in der sich in dem starken Umbruchsprozess aller Verlags- und Verlegeraktivitäten, in dem wir uns derzeit befinden

Am Ende ist es aber doch ganz einfach: Der Begriff „Selfpublishing“ ist der, der sich in allen technischen und historischen Veränderungen durchgesetzt hat. Es ist die derzeit aktuellste Bezeichnung – und wird sich voraussichtlich noch einige Male wandeln.

Selfpublishing, sprachlich betrachtet

Wer also die Tätigkeit des Selbst-Publizierens benennen will, kommt um das Wort Selfpublishing derzeit kaum herum. Nur: Was genau mache ich da?

Ich selfpublishe mein Buch? Unmögliches denglisch.

Ich publiziere mein Selfpublishing-Buch? Auch schrecklich denglisch, außerdem mit „publizieren“ und „publishing“ doppelt gemoppelt, ein Pleonasmus, ein weißer Schimmel.

Ich bin Selfpublisher? In Ordnung. Aber eine Selfpublisherin ist schon wieder eine ziemllich unglückliche Sprachkombination…

Ein Selfpublishing-Verlag? Auch denglisch, außerdem inhaltlich völlig falsch: Verlag kommt von „vorlegen“ im Sinne von: in wirtschaftliche Vorleistung gehen. Und genau das tut beim Selfpublshing ja der Autor, die Autorin selbst. So wäre im strengen Wortsinn jeder Selfpublisher sein eigener Verleger… Auch sehr denglisch.

Wie man es auch dreht und wendet: Wenn es um das Selfpublishing geht, landet man wohl unweigerlich immer wieder bei sehr unschönen Sprach-Konstukten. Wer die deutsche Sprache liebt, wird wohl instinktiv veruchen, sie zu umgehen. Aber das Wort Selfpublishing lässt sich schwer vermeiden…

Auch der Begriff „Non-Fiction-Autor“ – der sogar hier in der Überschrift steht – ist denglisch und nicht sonderlich schön… Warum ich ihn trotzdem verwende, erkläre ich in der Einleitung zu meinem Selfpublishing-ABC hier.

Denglisch wird übrigens ganz offiziell von Wikipedia als „abwertender Begriff aus der deutschen Sprachpflege“ definiert:. „Diese verwendet den Begriff, um den vermehrten Gebrauch von Anglizismen und Scheinanglizismen in der deutschen Sprache zu bemängeln.“ Und das Ganze funktioniert auch aus umgekehrter Sprachsicht. Das heisst dann Germish oder Genglish.

Wie auch immer: Ich verstehe mich als Dienstleisterin, die Selfpublishern immer gern weiterhilft! Haben Sie Fragen?

Fragen Sie bitte! Ich kenne das Verlagsgeschäft aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven!

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Und wer ist hier „ich“?
Der Verlag Texthandwerk ist ein Angebot der Texthandwerkerin Maria Al-Mana. Also bitte dort nachlesen!

Maria Al-ManaDie Texthandwerkerin, www.texthandwerkerin.de
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