Buch und Umbruch? Diese Kombination kann schnell zu Missverständnissen führen. Denn tatsächlich gibt es grade im Selfpublishing-Bereich viele Menschen, die eine berufliche oder persönliche Umbruchsituation zum Anlass oder Thema nehmen, um ein Buch darüber zu schreiben. Wirklich keine schlechte Idee!

Doch klassischerweise meint das Wort „Umbruch“ im Bezug auf Bücher etwas ganz anderes. Es geht um das Seitenlayout des Textes. Und das kann grade im Bereich des Selfpublishing extrem wichtig werden.

Es beginnt mit der Zeile: Das Zeilenende ist dort, wo der Text „umbricht“. Das kann mitten im Wort sein, und das stört – vor allem im Blocksatz – Autor/innen manchmal so, dass sie anfangen, eigene Worttrennung oder „erzwungene Zeilenumbrüche“ einzufügen. Bitte tun Sie’s nicht! Denn der Zeilenumbruch ist immer noch von anderen Faktoren abhängig, vor allem natürlich bei so variablen Ein- und Ausgabegeräten wie PC, E-Book-Reader oder Smartphone. Wo exakt die Zeile am Ende umbricht, hängt ab von

  • Schriftart
  • Schriftgröße (etwa auch: „fett“ braucht mehr Platz als „kursiv“)
  • Spaltenbreite
  • Bildschirmgröße

Und die meisten Programme, mit denen Sie heute Textarbeiten vornehmen können, sind schon darauf eingestellt, den Zeilenumbruch so flexibel zu halten, dass er immer an die unterschiedlichen Gegebenheiten angepasst werden kann. Das bedeutet: Wenn Sie ein eigenhändiges Trennungszeichen – vermeintlich am Zeilenende – in ein Wort eingefügt ha-ben, und die Textlaufweite ändert sich, sitzt die Trennung plötzlich mitten im Fließtext.

Genauso funktioniert das beim Seitenumbruch – also jeweils am Ende einer Seite.

Da gilt übrigens als unschön, wenn am Ende oder am Anfang einer Seite je nur eine Zeile steht. Landet beispielsweise die letzte Zeile eines Absatzes einsam ganz oben auf einer neuen Seite, dachten sich die Schriftsetzer wohl so was wie: „Hängt da verlassen oben auf der Seite rum wie ein einsames Hurenkind“ – und so heißt das noch heute Hurenkind. Bleibt dagegen am Ende einer Seite nur der erste Satz eines Absatzes stehen, kann das so aussehen, als habe er sich ganz schnell noch eben dazwischen gequetscht… „frech wie ein Schusterjunge„, fanden die Schriftsetzer das. Der Begriff Schusterjunge ist ebenfalls noch heute gebräuchlich. Und gilt als unschön.

Egal ob Hurenkind oder Schusterjunge: Es ist ganz sicher keine gute Idee, die beiden durch zusätzliche „harte“ Zeilenschaltungen von einer auf die nächste Seite zu jagen. Denn: Ändert sich der Seitenumbruch später, klafft da plötzlich ein großes Loch. Gern auch aus mehreren Zeilenschaltungen hintereinander. Eigentlich ist das alles ganz überflüssig, denn gute Satzprogramme (also Software wie word, OpenOffice etc.) erledigen das alles in der Regel von ganz allein.

Dies ist ein Eintrag meines Selfpublishing-ABC, alle Beitrage auf einen Blick finden Sie hier.

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